Das Obstwiesenpädagogikprojekt ist gestartet und im Januar 2015 war entschieden, welche Schulen mit welchen Klassen am Obstwiesenprojekt teilnehmen. Es sind folgende Schulen:

 

GGS Theodor-Weinz in Bad Honnef – Aegidienberg

 

GGS Hans-Alfred-Keller in Siegburg – Deichhaus

 

Heinrich-Hanselmann-Schule für geistige Entwicklung in Sankt Augustin

 

GGS Siegtal in Hennef – Siegtal

 

GGS Harmonie in Eitorf – Harmonie

 

KGS Merzbach in Rheinbach – Merzbach

 

KGS Thomas-von-Quentel in Bornheim – Walberberg

 

In den Projektschulen sind Kinder verschiedener Klassen in Klassenstärke beteiligt.

 Der Beginn der Projekttage hat bereits ab Mitte Februar 2015 stattgefunden.

 

Der jeweils erste  Projekttag beinhaltete für die Schulklassen neben der Beschäftigung mit der Frage „Was ist eine Obstwiese?“ auch eine Verkostung von zwölf verschiedenen Apfelsorten.

 

Der zweite Projekttag war jeweils ein Wiesentag, hier lag der Schwerpunkt darin, die Wiese kennen zu lernen, die nun für fast ein Jahr der Projektort der Schüler sein wird. Wir haben uns alle Bäume genau angesehen, haben versucht, die Baumarten zu ermitteln und den Zustand der Bäume begutachtet sowie Rindenbilder abgenommen. Außerdem gehörte eine Messung der Wiese mit zum ersten Tag, wir haben die Schrittlängen der Kinder ermittelt und dann mit Schritten die Wiesen abgemessen, so dass daraufhin die Lehrerinnen im Mathematikunterricht mit den Zahlen, je nach Wissenstand der Kinder, rechnen werden.

Der dritte Projekttag fand in den Projektschulen wieder in der Schule statt. Es wurde vorgestellt, warum und wie ein Obstbaum veredelt wird. An drei Unterlagen wurde mit den Kindern veredelt, die Kinder haben die Bäumchen in Töpfe gepflanzt und pflegen sie nun in der Schule. Dabei werden sie täglich beobachten können, ob die Veredlung erfolgreich war.

Der vierte Projekttag führte die Kinder wieder auf „Ihre“ Wiese, diesmal ging es darum zu lernen, wie die Obstbaumpflege aussieht und warum Obstbäume beschnitten werden müssen. Die Kinder schnitten und sägten selbst an den Obstbäumen und zerkleinerten die geschnittenen Äste und Zweige. Dabei lernten sie, sorgsam mit Schere und Säge umzugehen sowie vorsichtig auf der Leiter zu sein.

Der fünfte Projekttag beinhaltete das Thema „einen Baum pflanzen“. Dafür waren bisher 4 der Grundschulklassen auf ihrer Wiese und haben einen Obstbaum gepflanzt. Dafür wurde von den Kindern das Pflanzloch ausgehoben, ein „Korb“ (Wülmausschutz) im Pflanzloch ausgelegt, der Baum eingesetzt und die Wurzeln halb mit Erde bedeckt, so dass der Korb geschlossen werden konnte. Dann bekam jeder Baum eine „Hose“ (Stammschutz) aus Drahtgeflecht und die restliche Erde wurde verteilt. Zum Schluss wurde der Baum kräftig gegossen und bekam von allen Kindern ein „Toi toi toi“, damit er gut anwächst. Der Dreibock oder Pflock für die jeweiligen Bäume wurde von den Kollegen der Biostation während des nächsten Projekttages gebaut.

Der sechste Projekttag hatte das Thema „Wiesenpflanzen und Wiesenkräuterpicknick“. Die Grundschüler lernten die Pflanzenwelt der Obstwiese kennen, dazu gehörten die Wildkräuter mit ihren Eigenschaften wie giftig, essbar oder heilkräftig. Im praktischen Teil wurde die Bestimmung der Pflanzen geübt und die Kinder sammelten essbare Kräuter, aus denen sie dann selbst einen Wildkräuterquark zubereiteten. Dazu konnten sie Wildkräuterlimonade trinken.

Der siebente Projekttag hatte das Thema „Tiere der Wiesen / Insekten“. Die Schüler erforschten Ihre Obstwiese mit Becherlupen und beobachteten und fingen Insekten, die sie so näher kennen lernen konnten und dadurch vieles über Ihre große Bedeutung erfuhren. (Alle Tiere wurden natürlich umgehend wieder frei gelassen).

Der achte Projekttag fand in einigen Klassen in der Schule, bei einigen jedoch auch auf der Wiese statt. Es wurden Nisthilfen für Insekten wie Wildbienen und Wildwespen gebaut. Dabei lernten die Schüler viel über die Bedeutung dieser Tiere und wie wichtig sie für die Ernte  durch die Bestäubung der Obstbaumblüten sind.

Der neunte Projekttag stand ganz im Zeichen der Honigbienen. Entweder kam ein Imker mit seinem Material in die Schulklassen oder wir trafen uns mit dem Imker auf der Obstwiese oder besuchten den Imker bei sich vor Ort. Die Schüler waren begeistert und konnten so viel über das Leben der Honigbienen und die Arbeit der Imker erfahren. In allen Klassen durfte am Ende frischer Honig direkt aus der Wabe probiert werden, was natürlich ein Highlight war.

Der zehnte Projekttag war wieder ein echter Wiesentag, die Schüler beschäftigten sich damit, welche Obstarten nun an den Bäumen reif wurden und welche Obstsorten wir unterscheiden konnten. Natürlich wurde kräftig gekostet und die Schüler konnten feststellen, dass oft die schönsten Äpfel nicht die schmackhaftesten sind und umgekehrt. Außerdem beschäftigten wir und mit der Frage, welche Tiere auf der Wiese leben, die sich nun über die reifen Früchte freuen.

Der elfte Projekttag fand wieder in der Schule statt, Thema war die „Obstverwertung“. Die Schüler konnten mit Apfelspiralschneidern ihre am vorigen Projekttag selbst geernteten Äpfel in Ringe schneiden und diese Ringe dann auf Stangen auffädeln. Die Stangen wurden dann in den Klassenräumen zum Trocknen aufgehängt. Nach ca. einer Woche konnten dann die Apfelringe gegessen werden und aus den getrockneten Schalen bereiteten sich die Schüler einen Apfelschalentee zu.

Der zwölfte Projekttag war der Tag der Obsternte. In allen Klassen wurden auf der Obstwiese die Äpfel geerntet (in einer Klasse konnten auch Birnen geerntet werden), die dann für das Apfelfest gelagert werden mussten. Das haben oft Eltern übernommen. Die Schüler spürten an sich selbst, wie schwer und aufwändig es ist, Äpfel zu ernten und bekamen so eine neue Sicht auf das Obst als Lebensmittel.

Der dreizehnte Projekttag war für die Schüler der Höhepunkt des Projektjahres, es wurde in allen Klassen ein „Apfelfest“ gefeiert. Dabei gab es immer viel Hilfe von den Eltern der Schüler. Bei zwei Klassen fand das Fest direkt auf der Wiese statt, in allen anderen an der Schule. Dabei wurde aus den geernteten Früchten Apfelsaft hergestellt. Die Schüler konnten die Äpfel mit der Rätzmühle zu Mus machen und dann mit der Korbpresse daraus den Saft gewinnen. Direkt aus der Presse wurde, wie aus einem Brunnen, der frische Apfelsaft in die Becher gezapft und es gab kein Kind, dem dieser Saft nicht geschmeckt hätte. Und die Eltern, die sich durch die trübe und braune Farbe erst ein kleines Bisschen überwinden mussten um zu kosten, waren sehr überrascht und sofort überzeugt! Jedes Kind durfte dann sein selbst gestaltetes Etikett auf eine Flasche kleben und konnte dann die eigene Apfelernte als Saft nach Hause tragen.

Der vierzehnte Projekttag war für die Schüler der letzte Tag des Obstwiesenprojektes. Wir besuchten die Wiese in diesem Rahmen ein letztes Mal und erinnerten uns an die vielen verschiedenen Themen, die wir bearbeitet hatten. Außerdem stellten alle Klassen ihre Wiesenbücher vor, die meist sehr detailliert die Themen des Projektjahres wiedergaben. (als Anlage die Kopie eines zusätzlichen Buches, welches eine Klasse für die Projektleiterin gefertigt hat)