Die Klassen für das dritte Projektjahr haben sich schon während des ersten und zweiten Projektjahres beworben und wurden nach Eignung (Lage und Nutzbarkeit einer Obstwiese, Struktur der Schule und Bewerbung durch die LehrerInnen) ausgewählt.
Die Schulen des dritten Projektjahres waren:

 


GS Donatusschule in Bonn – Frau Schommertz (Klasse 1)

 

KGS Merzbach in Rheinbach – Frau Ratzlaff (Klasse 3)

 

Heinrich Hanselmann Schule für geistige Entwicklung – Frau Minougou (Mittelstufe)

 

GS Wolsdorf in Siegburg – Frau Pabst (Klasse 1)

 

GS Ittenbach in Ittenbach – Frau Fogolin (Klasse 2/3)

 

GS Sürsther Weg in Rheinbach – Frau Franke (Klasse 1)

 

GS Sonnenbergschule in Windeck – Frau Callies (Klasse 1)

 


Der jeweils erste  Projekttag beinhaltete für die Schulklassen die Beschäftigung mit der Frage „Was ist eine Obstwiese?“, hier wurden per Beamer Fotos von Wiesen gezeigt, sowie Fotos von verschiedenen Obstarten. Außerdem machten die Schüler eine Verkostung von zwölf verschiedenen Apfelsorten und kürten den Gewinnerapfel, der zum großen Erstaunen der Schüler nie der optisch schönste Apfel war!
Der zweite Projekttag war jeweils ein Wiesentag, hier lag der Schwerpunkt darin, die Wiese kennen zu lernen, die nun für fast ein Jahr der Projektort der Schüler sein wird. Die Schüler haben alle Bäume genau angesehen, haben versucht, die Baumarten anhand ihrer Kronenform zu ermitteln und den Zustand der Bäume begutachtet sowie Rindenbilder abgenommen. Außerdem gehörte eine Messung der Wiese mit zum ersten Tag, die Schrittlängen der Kinder wurden ermittelt und dann mit Schritten die Wiesen abgemessen, so dass daraufhin die Lehrerinnen im Mathematikunterricht mit den Zahlen, je nach Wissenstand der Kinder, rechnen können werden.
Der dritte Projekttag fand in den Projektschulen wieder in der Schule statt. Es wurde vorgestellt, warum und wie ein Obstbaum veredelt wird. An drei Unterlagen wurde mit den Kindern veredelt, die Kinder haben die Bäumchen in Töpfe gepflanzt und pflegen sie nun in der Schule. Dabei konnten sie während der Projektzeit täglich beobachten, ob die Veredlung erfolgreich war. Die Bäume wurden in den Ferien von Schülern mit nach Hause genommen und dort vorübergehend weiter gepflegt oder bereits in Gärten eingepflanzt. Wo die Bäumchen eingepflanzt wurden, hingt von der jeweiligen Situation der Schule oder der Klasse und den Kindern ab.
Der vierte Projekttag führte die Kinder wieder auf „Ihre“ Wiese, diesmal ging es darum zu lernen, wie die Obstbaumpflege aussieht und warum Obstbäume beschnitten werden müssen. Um herauszufinden, wie schwer die am Baum hängenden Äpfel werden könnten, half die Vorstellung alle Kinder würden am Baum hängen. Sehr anschaulich wurde jeweils ein Kind an den Händen an einen Ast „gehängt“. Die Kinder schnitten und sägten dann selbst an den Obstbäumen und zerkleinerten die geschnittenen Äste und Zweige. Dabei lernten sie, sorgsam mit Schere und Säge umzugehen sowie vorsichtig auf der Leiter zu sein. Aus den zerkleinerten Ästen und Zweigen wurde immer eine kleine Totholzhecke für Kleintiere gebaut. Auch diese Totholzhecke wurde über das ganze Jahr hinweg beobachtet.
Der fünfte Projekttag beinhaltete das Thema „einen Baum pflanzen“. Die Grundschulklassen waren auf ihrer Wiese oder auf dem Gelände der Schule und haben einen Obstbaum gepflanzt. Dafür wurde von den Kindern das Pflanzloch ausgehoben, ein „Korb“ (Wülmausschutz) im Pflanzloch ausgelegt, der Baum eingesetzt und die Wurzeln halb mit Erde bedeckt, so dass der Korb geschlossen werden konnte. Dann bekam jeder Baum eine „Hose“ (Stammschutz) aus Drahtgeflecht und die restliche Erde wurde verteilt. Danach wurde der Dreibock gebaut. Dafür wurden drei Löcher in den Boden gebohrt und drei Pfähle mit einer Pfahlramme in die jeweiligen Löcher gerammt. An die Pfähle haben die Kinder Querlatten angeschraubt und an diese einen Maschendrahtzaun mit Krampen genagelt. Zum einfachen Pflegen der Baumscheibe wurde der Zaun mit einer Tür versehen, die nach Bedarf geöffnet werden kann. Zum Schluss wurde der Baum kräftig gegossen und bekam von allen Kindern ein „Toi toi toi“, damit er gut anwächst. Bei der Baumpflanzung und dem Bau der Dreiböcke hatten die Schüler immer tatkräftige Unterstützung vom jeweiligen technischen Mitarbeiter.
Der sechste Projekttag hatte das Thema „Wiesenpflanzen und Wiesenkräuterpicknick“. Die Grundschüler lernten die Pflanzenwelt der Obstwiese kennen, dazu gehörten die Wildkräuter mit ihren Eigenschaften wie giftig, essbar oder heilkräftig. Im praktischen Teil wurde die Bestimmung der Pflanzen geübt und die Kinder sammelten essbare Kräuter, aus denen sie dann selbst einen Wildkräuterquark zubereiteten. Dazu konnten sie Wildkräuterlimonade trinken. Auch an diesen Projekttagen halfen entweder techn. Mitarbeiter oder FÖJler.
Der siebente Projekttag hatte das Thema „Tiere der Wiesen / Insekten“. Die Schüler erforschten Ihre Obstwiese mit Becherlupen und beobachteten und fingen Insekten, die sie so näher kennen lernen konnten und dadurch vieles über Ihre große Bedeutung erfuhren. (Alle Tiere wurden natürlich umgehend wieder frei gelassen).
Der achte Projekttag fand in der Schule statt, es wurden Nisthilfen für Wildbienen und Wildwespen gebaut. Dabei lernten die Schüler viel über die Bedeutung dieser Tiere und wie wichtig sie für die Ernte  durch die Bestäubung der Obstbaumblüten sind. Für die Nisthilfen wurden von den Schülern mitgebrachte Büchsen genutzt, in diese Büchsen steckten die Schüler die zuvor geschnittenen oder gesägten Pflanzenstengel, außerdem wurden in Holzklötze aus Laubholz verschieden dicke Löcher gebohrt, die Wildbienen Brutröhren bieten sollen. Die gefüllten Büchsen und die Holzklötze wurden entweder auf der Wiese angebracht oder von den Schülern für den eigenen Garten oder Balkon mit nach Hause genommen.
Der neunte Projekttag stand ganz im Zeichen der Honigbienen. Dafür kamen örtliche Imker in die Schulen  inklusive Imkerutensilien, eventuell einem Bienenvolk im Schaukasten und Honig zum Probieren.
Nach den Sommerferien begannen die neuen Projekttage.
Der zehnte Projekttag war wieder ein echter Wiesentag, die Schüler beschäftigten sich damit, welche Obstarten nun an den Bäumen reif wurden und welche Obstsorten wir unterscheiden konnten. Natürlich wurde kräftig gekostet und die Schüler konnten feststellen, dass oft die schönsten Äpfel nicht die schmackhaftesten sind und umgekehrt. Außerdem beschäftigten wir und mit den Fragen, welche Tiere auf der Wiese leben, die sich nun über die reifen Früchte freuen und wie und von wem die Früchte der verschiedenen Bäume eigentlich verteilt und gepflanzt werden.
Der elfte Projekttag fand wieder in der Schule statt, Thema war die „Obstverwertung“. Die Schüler konnten mit Apfelspiralschneidern ihre am vorigen Projekttag selbst ge-ernteten Äpfel in Ringe schneiden und diese Ringe dann auf Stangen auffädeln. Die Stangen wurden dann in den Klassenräumen zum Trocknen aufgehängt. Nach ca. einer Woche konnten dann die Apfelringe gegessen werden und aus den getrockneten Schalen bereiteten sich die Schüler einen Apfelschalentee zu.
In diesem Projektjahr fanden der zwölfte und dreizehnte Projekttag bei allen Projektklassen am selben Tag statt. Morgens trafen sich die Schüler und gingen zu ihrer Obstwiese, um die Äpfel für den Apfelsaft zu ernten. Zuerst wurden die schon unter den Bäumen liegenden Äpfel begutachtet und je nach Zustand gesammelt oder unter dem Baum gelassen. Dann breiteten die Schüler große Planen unter den Bäumen aus und rüttelten mit langen Rüttelstangen die Äpfel von den Bäumen. Das gewitterartige Gepolter der herunterprasselnden Äpfel begeisterte alle! Natürlich wurde immer die Sicherheit groß geschrieben und niemand war während des Rüttelns unter den Bäumen. Nun wurden die auf den Planen liegenden Äpfel aufgesammelt, auch die mit Druckstellen oder von Vögeln angepickten durften mit, denn für den Saft werden ja alle zerkleinert. Insgesamt mindestens 100 kg Äpfel wurden so pro Klasse geerntet und die Schüler spürten an sich selbst, wie schwer und aufwändig es ist, Äpfel zu ernten, so bekamen sie eine neue Sicht auf das Obst als Lebensmittel.

 

Am Nachmittag wurde dann in allen Klassen ein „Apfelfest“ gefeiert. Dabei gab es immer viel Hilfe von den Eltern der Schüler. Bei allen Klassen fand das Fest an der Schule statt.  Dabei wurde aus den vormittags geernteten Früchten Apfelsaft hergestellt. Die Schüler wuschen die Äpfel in einer großen Wanne, was natürlich viel Spaß machte. Nachdem die Eltern beim Sortieren und Ausschneiden der Äpfel geholfen haben, durften die Schüler die Äpfel mit der Rätzmühle zu Mus machen und dann mit der Korbpresse daraus den Saft pressen. Direkt aus der Presse wurde, wie aus einem Brunnen, der frische Apfelsaft in die Becher gezapft und es gab kein Kind, dem dieser Saft nicht geschmeckt hätte. Und die Eltern, die sich durch die trübe und braune Farbe erst ein kleines Bisschen überwinden mussten um zu kosten, waren sehr überrascht und sofort überzeugt!
Jedes Kind durfte dann sein selbst gestaltetes Etikett auf eine Flasche kleben und konnte so die eigene Apfelernte als Saft nach Hause tragen.
Der vierzehnte Projekttag war für die Schüler der letzte Tag des Obstwiesenprojektes. Wir besuchten die Wiese in diesem Rahmen ein letztes Mal und erinnerten uns an die vielen verschiedenen Themen, die wir bearbeitet hatten. Außerdem stellten alle Klassen ihre Wiesenbücher vor, die meist sehr detailliert die Themen des Projektjahres wiedergaben.
Alle Projektschulen bedauern sehr, dass das Obstwiesenprojekt zu Ende geht, in jeder Schule haben sich mehrere Lehrerinnen mit ihren Klassen für ein Obstwiesenprojektjahr beworben.